Woche 5 im Van – Home- and Dogsitting – Hybrid? Geht doch! – Spontane Entscheidung

Woche 5 im Van – Home- and Dogsitting – Hybrid? Geht doch! – Spontane Entscheidung

Home- and Dogsitting

Diese Woche habe ich im Haus von Freunden wohnen dürfen, während diese auf einem Kurzurlaub zu ihrer Tochter nach Portugal gereist sind. Das habe ich mit Freude angenommen, da ich dort nämlich an meinem 27“ Mac arbeiten konnte. Ist schon etwas anderes wie das kleine MacBook. Zum einen hatte ich die Überarbeitung meiner Webseite auf dem Plan, zum andern wollte ich noch einen Pitch schreiben. Da zahlt sich doch ein großer Bildschirm und vor allem stabiles WLAN aus. Wenn ich mit dem Van unterwegs bin, habe ich nämlich nicht immer die gleiche WLAN-Qualität. Manchmal muss ich sogar den Platz für einen besseren Empfang wechseln. Der Vorteil eines Hauses oder einer Wohnung ist aber auch die Dusche. Habe ich zwar auch an Bord. Das Duscherlebnis ist allerdings nicht zu vergleichen. Im Bus ist Wasser sparen angesagt. Am Donnerstag wurde mir dann noch Levi, die ganz liebe Hündin der Familie gebracht. Sie hat mich dazu gezwungen, viele Pausen zu machen und vor allem mal die Beine nach draußen zu bewegen.

Hybrid? Geht doch!

Neben ein paar Coachings hatte ich diese Woche wieder einen Hybrid-Workshop. Das Führungskräftecoaching des Kleinunternehmens startete im April zunächst mit einem Präsenz-Workshoptag, an dem wir alle im Moment relevanten Themen sammelten und zudem noch das Thema Kommunikation mit einzelnen Rollenspielen bereicherten. An diesem Tag haben sich auch kleine Peer-Gruppen gebildet, die sich verschiedene Themen aus dem Cluster zur Bearbeitung ausgewählt haben und sich jede Woche treffen. In weiteren zweistündigen Coachingterminen mit mir werden nun die Themen von einzelnen Kleingruppen bearbeitet. Zu unserem Teamcoaching diese Woche war eine Teilnehmerin aus Portugal zugeschaltet, die andern hatten sich zu kleinen Teams in ihrem Unternehmen zusammengefunden. Als Plattform für unser Kanban und das Stage-Result-Board arbeiten wir mit einem cloudbasierten Board, auf das die Führungskräfte zeitunabhängig und damit flexibel zugreifen können. Hier sind alle wichtigen Informationen, Unterlagen und Links hinterlegt. Alles liegt an einer Stelle und kann somit von allen Beteiligten jederzeit eingesehen und der Bearbeitungsstand aktualisiert werden. Außerdem erhielten alle Teilnehmenden am Präsenztag ein kleines Buch zum Notieren ihrer ganz persönlichen Notizen und wichtigen Erkenntnisse.

Die weiteren geplanten Coachingtermine mit mir finden ca. alle 4 Wochen statt. Das Organisieren dieser Termine mit neun Personen ist schon eine echte Herausforderung neben Urlaub, Messe und anderen Terminen.

Ich bin wirklich erstaunt, wie engagiert und motiviert die Führungskräfte dieses Betriebes an diese für sie ganz neue Art der Zusammen- und Projektarbeit herangegangen sind. Sie haben vorher kaum mit TEAMS gearbeitet, geschweige denn so strukturiert auf einer Plattform. Zur Einarbeitung in das Board hatte ich ein identisches Übungsboard angelegt. So konnte sich jeder individuell einarbeiten. Positiv werden die Treffen der Peer-Gruppen und Coachings mit mir hervorgehoben. Innerhalb kurzer Zeit hat sich damit die Kommunikation und Zusammenarbeit verbessert.

Spontane Entscheidung

Die Woche ging weiter. Am Donnerstag früh ruft mich mein Kollege Volkmar Langer an, ob wir nicht zusammen auf dem Corporate Learning 2022 Camp #CLC22 das Experiment wagen, unsere Leadership-Coaching-Challenges standortüberreifend anzubieten. Er ist live in Hamburg in der Beruflichen Hochschule Hamburg (BHH) und ich im Weiterbildungszentrum von SAP in Walldorf. Nun haben wir (oder er) spontan 4 simultane Sessions eingetragen, in denen wir gemeinsam mit den Teilgebenden einen „Deep Dive“ in unser Framework wagen. Da bin ich echt mal gespannt, wie das funktioniert. Ich habe zwar schon öfter hybrid gearbeitet, aber eben nicht so. Insbesondere interessiert mich die Technik und wie die Teamarbeit funktioniert. Werde nächste Woche sicher darüber berichten.

Learnings diese Woche:

  1. Ich brauche keinen Hund. Schön, mal zwischendurch einen zu haben, aber es ist nicht einfach, die eigenen und die Bedürfnisse des Hundes zu berücksichtigen.
  2. Weg mit den Vorannahmen, dass man in kleinen Unternehmen nicht bereit ist, Lernen auf eine Collaborationsebene zu heben und mit neuen Techniken zu arbeiten.
  3. Spontanität bedeutet, sich innerhalb kurzer Zeit für etwas entscheiden und es einfach dann zu machen.

Bis nächste Woche. Bleib gesund und heiter.

 

Woche 4 im Van – Wertschätzung- Coaching in der Natur – Stellplatzsuche

Woche 4 im Van – Wertschätzung- Coaching in der Natur – Stellplatzsuche

Gerade komme ich vom See, wo ich meine morgendliche Qigong-Übung gemacht habe. Vor mir hat sich auf dem glänzenden Wasser ein Schwan geputzt und im Hintergrund habe ich den Kuckuck rufen gehört. Meinen Blogbeitrag habe ich zuvor geschrieben und ergänze ihn nur noch.

Wertschätzung oder Gleichgültigkeit?
In der letzten Woche hatte ich ja über das Thema Enttäuschung geschrieben und stelle fest, dass dies ein anregendes Thema ist. Diese Woche habe ich einen guten Freund getroffen, der über 25 Jahre als IT-Spezialist in einem Unternehmen tätig war. In den letzten beiden Jahren durch Corona hatte sich auch hier viel verändert. War er sonst bei seinem Kunden vor Ort beschäftigt, konnte diese Arbeit jetzt nur noch online erfolgen. Aber auch dies hat hervorragend funktioniert. Allerdings gab es durch den neuen „Chef“ des Unternehmens auch einige Veränderungen, von denen mein Freund betroffen war. Da sich einiges in eine Richtung entwickelt hatte, für die er nicht mehr stand, entschied er sich, ein paar Jahre früher in den Vorruhestand zu gehen.

Was war nun enttäuschend? Vielleicht hatte er erwartet, dass man ihn bittet, doch noch ein wenig länger zu bleiben. Insbesondere, da er ja der Spezialist und einzige Know-how-Träger beim Kunden war. Aber es kam nichts. Man hat recht schnell seiner Bitte entsprochen. Es kam auch kein Danke des neuen Vorgesetzten für die geleistete Arbeit in den vielen Jahren. Nur der Kunde bedauerte es sehr, dass er nicht mehr für ihn da war. Sie luden ihn sogar zu einer sportlichen Veranstaltung im Rahmen eines Städtelaufs ein, da sie wussten, das er Marathonläufer ist. Zum Kunden war es im Laufe der Jahre zu einer persönlichen und sehr wertschätzenden Beziehung gekommen.

Bei meiner Arbeit als Coach erlebe ich es immer öfter, dass insbesondere Ältere nach jahrelanger Arbeit sehr gerne verabschiedet und durch Jüngere ersetzt werden, wenn überhaupt. Selbst wenn man dies aus betriebswirtschaftlichen Gründen vielleicht noch nachvollziehen kann, muss es doch nicht an Wertschätzung fehlen. Mangelt es den Führungskräften an Empathie oder haben sie Angst, sich mit den Emotionen dieser Menschen auseinanderzusetzen? Ist das ihr schlechtes Gewissen oder einfach nur Gleichgültigkeit. Auf jeden Fall hinterlässt dies bei den Betroffenen teils bittere Enttäuschung, vielleicht auch Trauer, bei manchem auch Wut und Ärger über sich selbst, dass man sich jahrelang so sehr für dieses Unternehmen eingesetzt hat. Man ist weg und keiner redet mehr über einen. So jedenfalls die Gefühle der Betroffenen. Jeder verarbeitet dies anders und nicht selten stellt man sich selbst infrage. Jedenfalls kann diese Reaktion für den Betroffenen sehr verletzend sein, insbesondere, wenn die Beziehung über so viele Jahre auch zu einer emotionalen Verbindung geworden ist. Da hilft es, darüber zu sprechen und sich klar zu machen, dass nicht jeder die eigene Haltung und Moral an den Tag legt. Akzeptieren, wie es ist und gelassen bleiben. In der Ruhe liegt die Kraft!

Coaching in der Natur
Es geht voran mit meinem Leben und Arbeiten im Van. Meine Coachings führe ich im Moment meist virtuell durch. Neulich sagte mir jemand, man könne die Gefühle eines andern über den Bildschirm nicht erkennen. Vielleicht fällt das den Menschen schwer, die das nicht gewohnt sind. Sowohl meine Kolleginnen und Kollegen wie auch ich machen jedoch die Erfahrung, dass virtuelles Coaching sehr gut funktionieren kann. Es gibt aber auch Situationen, da bietet sich das persönliche Coaching an. Gestern bin ich mit einer Klientin zum Coaching in die Natur gegangen. Wir waren in einem wunderschönen Park mit kleinen See, Bäumen und eine kleinen Brücke unterwegs. Es war ein sonniger und warmer Tag. Nach dem Spaziergang setzten wir uns auf eine Bank mit Blick auf den See mit einer Insel für die Enten, auf der eine große Trauerweide stand. Diese Stelle hatte meine Klientin ausgesucht. Diese kleine Insel mit der Trauerweide war für sie das Symbol für ihr Thema. Es ging um Trennung und darum, dass sie ihr Leben alleine weiterführen wollte, aber mit vielen Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert war. Da ich im Coaching gerne Elementen aus der Natur zu Analyse und Lösungsfindung nutze, konnte sie mit neuen Ideen und Zuversicht in ihre nächste Phase gehen.

Probiere es doch selbst mal aus. Wenn du ein Thema oder Problem hast, gehe raus in die Natur und finde einen Ausschnitt, der dich zu deinem Thema anspricht. Nimm dann die einzelnen Elemente wahr. Z.B. die Insel war die Klientin selbst. Sie steht alleine da. Die Trauerweide waren die vielen Unbekannten, die sie auf sich zukommen sah. Die Lösung war eine andere Trauerweide, die auf der Landseite stand und die Trauerweide auf der Insel mit ihren Ästen ganz leicht berührte und sich mit ihr verband. Für meine Klientin bedeutete dies, sich jemanden zu suchen, der sie für eine Zeit an die Hand nimmt und ein Stück begleitet.

Stellplatzsuche
Das Thema „Wo stelle ich mich heute hin?“ Dank ein paar Apps und Google ist dies bisher kein Problem gewesen. Ich finde immer wieder einen Platz. Wobei ich nicht aufs geradewohl losfahre, sondern die Umgebung mit den Apps absuche. Ich habe für mich festgestellt, dass ich gerne in der Nähe von Wasser bin und nicht mit vielen andern auf einem Platz stehen möchte. Auf meiner Rückreise nach Hessen bin ich deshalb am Steinhuder Meer aufgeschlagen. Es ist wunderschön dort. Allerdings würde ich hier im Sommer nicht sein wollen. Da wird es nur so wimmeln von Touristen. Da ich Frühaufsteherin bin, gehe ich meist nach meinem ersten Kaffee im Bett und dem Lesen der Nachrichten eine Runde raus in die Natur. Den Vögeln zuhören, die Enten auf dem See beobachten oder einfach nur den Wind um die Nase wehen lassen. Das ist etwas, was mich bei meinem Experiment total bereichert. Heute stehe ich an einem wunderbaren See, an dem ich jetzt gleich meine Qigong-Übung machen werde. Wer kann das schon. Aus dem Bus steigen und schon in der Natur zu sein. Ich genieße dies jeden Tag!

Learnings diese Woche:

1. Schenke jedem Tag einem Menschen deine Wertschätzung.
2. Mache dir bewusst, was dir guttut und tu dies auch. Du solltest dir selbst der wichtigste Mensch sein.
3. Eine gute Planung gibt Sicherheit.

 

Bis nächste Woche. Bleib gesund und heiter.

 

Woche 3 im Van – Schreibblockade – 10 Stunden Autofahrt – Homebase – Coworking – Ausgewildert

Woche 3 im Van – Schreibblockade – 10 Stunden Autofahrt – Homebase – Coworking – Ausgewildert

Nein, bitte keine Schreibblockade!

Es geht schon los. Heute fällt es mir echt schwer, etwas zu schreiben. Dabei ist diese Woche so viel passiert. Räumlich bin ich jetzt im hohen Norden, und emotional habe ich mit einer Enttäuschung zu kämpfen. Deshalb geht mir das Schreiben heute auch nicht so leicht von der Hand wie sonst. Zudem hätte ich mir diese Woche ein paar Stichworte notieren sollen, dann würden mir die Sachen auch wieder einfallen. Vielleicht ist es aber auch die Situation an sich. Letzte Woche war ich trotz Leben und Arbeiten im Van immer noch in meiner gewohnten Umgebung mit lieben Menschen. Irgendwie fehlen mir diese schon. 

 

Die Homebase ist eingerichtet

Die Fahrt von Frankfurt hier in den Norden empfand ich schon fast als Weltreise. 10 Stunden auf der Autobahn – allerdings bin ich gemütlich zwischen 80 und 90 Stundenkilometern gefahren. Hier oben habe ich meine Homebase eingerichtet. Irgendwo muss mich ja meine Post erreichen. Aber natürlich werde ich die meiste Zeit unterwegs sein. Eigentlich hätte ich die Homebase gerne mehr im Süden gehabt, aber das war leider nicht machbar. So ist das Ganze für mich ziemlich umständlich, da mein Storage in der Nähe von Frankfurt ist. Ich habe also 3 Stellen, wo ich etwas suchen kann. Im Storage, der Homebase und im Van. Das kann noch lustig werden.

 

Emotional bin ich schon enttäuscht, dass es anders nicht machbar war. Aber so ist das manchmal im Leben. Enttäuschungen gehören dazu. Das wird mir in diesem Jahr sicher noch öfter passieren.

 

Arbeiten im Van

Coworking Place in der Scrum-Scheune

Die letzten Tage habe ich in der Scrum-Scheune im Rodenwerk verbracht. Christian Böhler und seine Frau Andrea haben hier aus einer alten verfallenen Scheune etwas ganz Besonderes gemacht. Viel Holz, Industrial-Look und eine hervorragende Atmosphäre zum entspannten und schöpferischen Arbeiten. Man kann hier mit seinem Camper auf dem Grundstück stehen oder einen Wohnwagen mieten. Die Location eignet sich hervorragend für Workshops, um kreative Prozesse anzustoßen, abzuschalten oder einfach nur zum chillen. Gerade sitze ich in meinem Van, die Tür ist offen und ich blicke über eine sonnenüberflutete saftige Wiese mit leuchtendgelbem Löwenzahn. Die Vögel zwitschern in den Bäumen und ab und zu höre ich einen Hund bellen oder weit entfernt ein Geräusch.

 

Ausgewildert?

Diese Woche bekam ich eine Whatsapp von einem Bekannten, den ich in Spanien im Urlaub kennengelernt habe, in der er mich gefragt hat, ob ich schon ausgewildert wäre. Der Begriff hat es mir angetan. Da denke ich an ein Raubtier, das sein halbes Leben im Zoo gefangen war, seine täglichen Runden von rechts nach links und links nach rechts gelaufen ist. So wie sich vielleicht mancher Mensch nach vielen Jahren im Arbeitsleben auch fühlt. Jetzt ist es in der Freiheit und fragt sich, was es damit eigentlich anfangen soll. Nun, es darf jetzt wieder lernen, seinen eigenen Instinkten zu folgen. Jetzt könnte der Einwand kommen, dass das Tier das verlernt hat. Bestimmt. Aber ist es nicht auch eine Chance zum Entlernen, um  Platz zu schaffen für Neues? Finde ich schon.

 

Vorbereitung auf das erste Interview

Christian wird mein erster Interviewpartner sein. Dazu haben wir heute schon mal ein paar Fotos und Aufnahmen gemacht. Das Interview sowie die Bearbeitung folgt dann in den nächsten Wochen. Wann es erscheint, kann ich noch nicht sagen. So etwas ist ja nicht in ein paar Minuten erledigt. Du darfst also gespannt sein.

 

Learnings diese Woche:

  1. Eine Enttäuschung zu verarbeiten darf auch etwas länger dauern.
  2. In einer inspirierenden Umgebung kann sehr viel Kreativität entstehen.
  3. Dankbar sein für die Menschen, die mich auf meiner Reise begleiten.