Mein Van, mein Welpe, meine neue Homebase

Mein Van, mein Welpe, meine neue Homebase

Ein aufregendes Abenteuer begann am 14. Juni, als ich meinen süßen kleinen Welpen abholte und endet erstmal mit dem Umzug meiner Homebase. Während ich gerade diesen Post schreibe, genießt er es offensichtlich, meinen Arm abzulecken. Er will einfach immer in meiner Nähe sein. Unsere erste Fahrt führte uns von Ostfriesland nach Frankfurt. Da ich ihn erst abends nach Seminar abgeholt hatte, entschied ich mich, ihn nicht gleich zu überfordern. Nach anderthalb Stunden Fahrt machten wir halt an einem Stellplatz, wo wir übernachteten. Der Kleine musste sich schließlich erst an den Van gewöhnen.

Natürlich stellte ich mir die Frage, wie ich das mit der Stubenreinheit hinbekommen würde. Er hat tatsächlich gleich zweimal in den Van gepinkelt, aber das lag auch an meiner Unaufmerksamkeit. Danach war das Thema erledigt. Da er bei mir im Bett schläft, macht er sich ohnehin bemerkbar, wenn er raus muss. Obwohl, um ehrlich zu sein, habe ich die empfindlichere Blase. Nach wenigen Tagen hat er bereits sechs Stunden am Stück geschlafen. Mittlerweile schafft er schon neun Stunden. Ich bin da eher früher wach.

Es scheint, als hätte er sich schnell an den Van gewöhnt. Es gibt einige Orte, die ich öfter anfahre, damit er nicht täglich mit etwas Neuem konfrontiert wird.

Die größte Herausforderung war wohl mein 20. oder vielleicht sogar 21. Umzug, bei dem ich meine Sachen aus dem Lager in Offenbach nach Karlsruhe gebracht habe. Ich lieh mir einen Ducato von einem Freund aus und mit Hilfe meines Bruders und meines Sohnes in Karlsruhe – an dieser Stelle möchte ich den beiden danken – schafften wir zumindest die großen Möbel an einem Tag.Dabei musste ich wieder feststellen, dass ich immer noch zu viel besitze, obwohl ich in der vorherigen Wohnung wirklich vieles entsorgt habe. Ich war mindestens dreimal auf dem Bauhof. Als ich nun meine Kisten auspackte, fragte ich mich, warum ich überhaupt eine ganze Umzugskiste mit Handtaschen habe. Das Leben im Van hat mir gezeigt, dass wir tatsächlich nur wenige Dinge brauchen. Also plane ich eine weitere Entrümpelungsaktion und werde einige Dinge verkaufen. Meine Möbel bekommt mein Sohn, da er gerade seine erste größere Wohnung einrichtet. Ich habe auch ein kleines Zimmer als Homebase angemietet. Das macht für mich mehr Sinn als meine bisherige Homebase in Norddeutschland.

Was mich an der Einlagerung besonders gestört hat, war der fehlende Zugriff auf meine Sachen. Alles war in Kisten verpackt. Diese waren zwar alle nummeriert, jedoch so gestapelt, dass ich immer hätte umstapeln müssen. Jetzt kann ich einfach zur Homebase fahren und mir holen, was ich gerade brauche. Daher ist ein WG-Zimmer für mich derzeit die optimale Lösung. Ich möchte weiterhin im Van leben und arbeiten, aber ohne die Verpflichtungen einer eigenen Wohnung, bei der man sich um dieses und jenes kümmern muss.

Heute ist der erste Tag seit einer Woche, an dem ich meinen Computer wieder herausgeholt habe. Zuvor war alles doch ziemlich anstrengend. Heute will ich auch noch meinen nächsten Podcast aufnehmen. Thema? Wird mir noch das Richtige einfallen.

Über Karlsruhe möchte ich noch etwas sagen. Ich finde die Gegend hier wirklich schön. Besonders der riesige Grünstreifen vor dem Haus hatte es mir angetan. Ich dachte, dass ich dort schön mit Yoshi spazieren gehen könnte. Aber anscheinend hat man hier in Karlsruhe nicht nur etwas gegen Autofahrer (Hörensagen: will die größte Fahrradstadt Deutschlands werden), sondern auch gegen Hunde. Zumindest erzählte mir das eine Hundebesitzerin, die die Stadt mehrmals wegen des Grünstreifens kontaktiert hat. Dort wächst diese sogenannte Mäusegerste, auch Grannen genannt. Und diese Grannen bescheren den Tierärzten in dieser Zeit ein großartiges Einkommen, da sie oftmals operativ entfernt werden müssen, wenn ein Hund sie in die Augen, Nase, Ohren oder sonst wohin bekommt. Hier erzählte mir eine junge Dame, die bei einem Tierarzt arbeitet, dass täglich 10 – 15 Hunde hereinkommen, die dieses Zeugs irgendwo am oder im Körper haben. Es können nämlich schwere Entzündungen entstehen, und zudem wandern diese Dinger auch noch im Körper herum und können sich in Lungen oder sonst wo festsetzen. Nicht schön.

Deshalb habe ich mich mit dieser unangenehmen Pflanze beschäftigt. Sie wächst hauptsächlich an Orten, an denen sich niemand um die Grünfläche kümmert. Außerdem ist sie ein Resultat der heißen Temperaturen. Hier wird das Mäusegerstenfeld erst gemäht, wenn es einen Meter hoch ist und seine Samen über den gesamten Grünstreifen verteilt hat. Muss mein Hund jetzt auf den Gehweg  pieseln und kacken? Ist auch keine Lösung. Also doch mit dem Auto rausfahren? Wir werden Lösungen finden. Tatsächlich fragt man sich, wofür der Grünstreifen eigentlich gedacht war. Nun ja, ich werde sowieso nicht oft hier sein. Von daher ist es erträglich.

Das war’s für heute. Bleib gesund und heiter.

It’s done – 52 Wochen, 365 Tage, 8760 Stunden

It’s done – 52 Wochen, 365 Tage, 8760 Stunden

Ganz ehrlich: Als ich das Experiment vor einem Jahr gestartet habe, wusste ich nicht, ob ich das tatsächlich durchhalten werde. Man weiß ja nie, vor welche Herausforderungen man bei einem Projekt – egal was für eins das ist – gestellt wird. Hinzu kam, dass ich eigentlich noch nie in meinem Leben eine Campernatur in mir gespürt hatte. Aufgrund meines Berufes war ich zwar das ganze Jahr mehr oder weniger unterwegs, allerdings bin ich da immer in Hotels abgestiegen. Ohne eine kuschelige Wohnung, wo man sich mal zurückziehen kann – auch bei schlechtem Wetter – das war eine der vielen Herausforderungen. Nun ist das Jahr vorbei und ich ziehe mein Resümee.

  • Was war gut?
  • Wie lief das mit dem Arbeiten im Van?
  • Was war schwierig?
  • Was würde ich nicht mehr machen?
  • Was habe ich gelernt?
  • Wie geht es weiter?

Mit diesen Fragen werde ich mich jetzt auseinandersetzen.

Was war gut?

Zunächst einmal habe ich neben vielen Städten, Ländern und Landschaften auch unglaublich schöne Beziehungen unterwegs erlebt. Fremde Menschen kennengelernt, die zu Freunden wurden. Ebenso eine große Hilfsbereitschaft, wenn ich mit irgendetwas nicht klargekommen bin. Beeindruckt war ich von der Vielfalt, die mir unterwegs begegnet ist. Den fremden Kulturen, Menschen, Gerüchen, kulturspezifischen Gerichten – zumindest habe ich immer versucht, das zu essen, das auch die Einheimischen zu sich nehmen. Besonders beeindruckt war ich von der Vielfalt der Landschaft, von unserer wirklich wunderbaren Erde, wo mich der eine oder andere Sonnenauf- oder -untergang zu Tränen gerührt hat. Ich hatte das Privileg, Natur pur zu erleben. Früh am Morgen am Meer oder durch Oliven- und Orangenhaine zu spazieren. Mitten im nirgendwo aufzuwachen und einfach nur das Dasein zu genießen.

Es war ja auch in gewisser Weise eine Reise zu mir selbst. Wenn man so ganz auf sich allein gestellt ist, immer wieder neue Stellplätze finden und mit den Gegebenheiten vor Ort klarkommen muss, werden einem die eigenen Muster so richtig vor Augen geführt. War spannend, mich selbst zu entdecken. Traut man sich, fremde Menschen anzusprechen? Da habe ich nun wirklich kein Problem. Wie ist das mit der Sprache? Eigentlich wollte ich Spanisch lernen, aber ich kam ja auch gut mit Deutsch und dem Deepl-Übersetzer klar. Je länger ich unterwegs war, umso mehr Deutschen, Holländern, Engländern oder Belgiern bin ich begegnet. Also reichten Deutsch und Englisch völlig aus. Und so ein paar Sätze Spanisch habe ich dann doch noch gelernt. Einfach auch nur, um den Einheimischen meinen Respekt zu zollen.

Es gab nicht wenige Situationen, in denen ich über mich selbst schmunzeln musste. Viele fragen mich übrigens, ob es Situationen gab, in denen ich Angst hatte. Nein, nur einmal war mir komisch, aber das habe ich in meinem Blog der Woche 42 und 43 schon geschrieben.

Mein Van Bruno hat mich durch die beeindruckenden Bardenas Reales geführt, durch überflutete und besonders kurvenreiche Straßen in Portugal, hat sich Offroad super geschlagen und mich nie im Stich gelassen. Auch die engsten Gässchen und Straßen waren kein Problem, obwohl ich da manches Mal Millimeterarbeit leisten musste, da mir Google zwar den kürzesten, aber nicht unbedingt den besten Weg gezeigt hat. Ich hatte auch viele wunderschöne Strecken mit dem Roller befahren und mir dabei viel Fahrpraxis angeeignet. Schließlich habe ich das Teil erst seit einem Jahr. Zudem muss man sagen, dass ich die Spanier als ausgesprochen rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer erlebt habe. Mit Vergnügen habe ich mir auf über 1200 Meter die Luft um die Nase wehen lassen, bei bestem Sonnenschein die schönsten Berge Spaniens befahren und mich durch Städte wie Albufeira, Almeria, Cordoba, Girona, Valencia und viele andere mit dem Roller bewegt. Fünf- bis sechspurige Straßen und Kreisel sowohl mit Bruno wie auch mit dem Roller ohne Schaden überlebt.

Die wichtigste Erkenntnis für mich war jedoch, dass ich das Nomadenleben in dieser Zeit als ganz normal empfunden habe. Es war nichts Fremdes oder Unbekanntes. Im Gegenteil, diese Freiheit, selbst entscheiden zu können, ob ich an Ort und Stelle bleibe oder weiterziehe, war für mich tatsächlich befreiend.

Gut war auch, dass ich zwei bis drei Stationen in Deutschland hatte, die ich immer wieder angefahren habe. Denn den ganzen Sommer über war ich ja hie. Das gab eine gewisse Beständigkeit und ich konnte von dort meine Kunden recht gut anfahren. Zudem war dies emotional für mich wichtig, da ich hier mit lieben Freunden zusammen war, was mir einfach gutgetan hat. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

Wie lief das mit dem Arbeiten im Van?

Was das Arbeiten im Van anbelangt, konnte ich für mich feststellen, dass ich sehr produktiv arbeiten konnte. Meine Arbeitszeiten und Meetings habe ich so geplant, das ich genügend Zeit für einen Ausflug mit oder ohne Roller, einen Spaziergang oder einfach einen guten Austausch mit andern haben konnte. Im Van war ich total ungestört und meine Konzentration war auf die Arbeit gerichtet. Coachinggespräche vorbereiten und per Teams durchführen, aber auch meine Präsenztrainings in Deutschland ließen sich gut mit diesem Leben vereinbaren. Manchmal bin ich sogar aus dem Seminarhotel in mein eigenes Bett geflüchtet und habe das Hotelzimmer nur zum Duschen genutzt. Ich jedenfalls schlafe am liebsten in meinem eigenen Bett.

Da ich alles auf digital umgestellt habe, selbst die Buchhaltung, mache ich alles nur noch online, habe also mein Papier auf ein Minimum reduziert. Früher hatte ich massenhaft Ordner mit Unterlagen. Das hat sich jetzt erledigt. Meine Seminarteilnehmer erhalten die Unterlagen schon seit einigen Jahren nur noch als PDF-Datei. Das hat für sie den Vorteil, dass sie diese schnell auch mal von unterwegs einsehen können und sie nicht irgendwo in der Versenkung verschwinden.

Im letzten Jahr habe ich auch meinen HeckenGespräche Podcast gestartet. Meine Reise habe ich unter anderem auch dazu genutzt, interessante Menschen zu interviewen. Eine schöne Erfahrung war für mich das Arbeiten bei rayaworx auf Mallorca. Doris und Rainer Schuppe leben seit Jahren in Santanyí und betreiben dort einen Coworking-Space. Doris kannte ich bis dato nur online und konnte beide nun endlich mal persönlich kennenlernen. Es war eine wunderbare Zeit dort. Im Übrigen hat es mir auf Mallorca tatsächlich am bestem gefallen. Allein schon landschaftlich war dies gut für meine Seele. Danke hier auch an Ferdinand und seine Familie, dass ich für diese Zeit auf ihrer Finca stehen durfte. Es ist eine wunderbare und vielseitige Insel mit traumhaften Buchten, viel Grün und hohen Bergen.

Was war schwierig?

Am Anfang fand ich alles erst mal neu, musste mich erst mal einfädeln in dieses Leben. Die Temperaturen im letzten April und Mai waren ok. Aber im Sommer gab es doch den einen oder andern Tag, wo die Temperatur im Van auf über 48 Grad stieg. Da ich den Wagen gebraucht gekauft hatte und meine Vorgängerin auf eine Markise verzichtet hatte, war es manchmal schon eine Qual. Trotzdem habe ich mich wohlgefühlt. Je länger ich mich mit den Gegebenheiten im Van auseinandergesetzt hatte, umso mehr gelang es mir, mich auf dieses Leben einzulassen. Schwierig war sowohl in Deutschland wie auch auf meiner 4-monatigen Reise durch Frankreich, Spanien, Portugal und Mallorca die Ver- und Entsorgung. Auf Mallorca musste ich aufgrund des dortigen nicht trinkbaren Wassers literweise aus Gallonen Frischwasser in meinen Tank füllen. Manchmal musste ich auch viele Kilometer fahren, um die Toilette zu entsorgen. Schlimm fand ich teilweise meine Reisezeit durch Portugal. Dort hat es leider überwiegend geregnet und ich freute mich über jeden Sonnentag. Daher ist mir Portugal leider nicht besonders gut in Erinnerung geblieben. Ein positives Erlebnis dort. Nach langem Suchen bin ich in einer Klinik gelandet, um mir ein Grieskorn aus dem Auge entfernen zu lassen. Und ich muss sagen: Tolle Behandlung in der Klinik. Nur der Weg dorthin war etwas beschwerlich, aber konnte dann doch noch gelöst werden. Ein sehr freundlicher Straßenreiniger hat mir für die Rückfahrt ein Taxi gerufen, weil ich doch etwas hilflos an der falschen Stelle stand. So habe ich die Freundlichkeit der Portugiesen kennenlernen dürfen. Wenn ich noch einmal nach Portugal reise, dann mit Sicherheit zu einer anderen Jahreszeit. Der November ist nicht zu empfehlen.

Was würde ich nicht mehr machen?

An dieser Frage hänge ich jetzt erst mal fest. Also schneide ich mir einen Apfel und hoffe, dass mir dann etwas dazu einfällt. Pause. So ein Unterbrecher hilft doch ganz gut. Also was ich nicht mehr machen würde, meine Homebase weit weg von den Stationen, an denen ich mich am meisten aufhalte, zu wählen. Es wäre praktischer gewesen, eine bessere logistische Wahl zu treffen. Aber auch damit bin ich fertig geworden.

Was habe ich gelernt?

Dass man die Dinge, die einem wirklich wichtig sind, nicht hinausschieben sollte. Und dass es völlig egal ist, in welchem Alter man etwas Neues anpackt. Ich habe so viele junge Menschen getroffen, die einen Weg suchen, sich zu entdecken und zu verwirklichen. Das macht mir Mut, dass sich auch etwas in der Gesellschaft ändert. Nicht nur den Fokus auf die Arbeit sondern auch auf das, was einem wirklich wichtig ist und einen beglückt. Ich habe viele viele Jahre hart gearbeitet, meinen Sohn alleine großgezogen, nebenbei ein paar Bücher geschrieben und voll gearbeitet. Ich bin durch schwere berufliche Zeiten geglitten und habe dabei aber niemals meinen Optimismus und vor allem meine Neugier verloren. Und genau diese Neugier ist es, wo ich überzeugt bin, dass sie ein unendliches Energiepotential eröffnet, die uns auch jung hält und uns die Kraft gibt, etwas anzupacken, auszuprobieren. Und wenn man am einen oder andern scheitert, dann einfach wieder aufstehen und sich wieder orientieren.

Es gab unterwegs auch Tage, an denen ich mich einsam gefühlt habe. Dieses Gefühl war für mich neu. Zumindest habe ich dieses Gefühl schon sehr lange nicht mehr gehabt. Einsamkeit ist übrigens etwas anderes als alleine zu sein. Allein bedeutet, dass man nicht mit anderen zusammen ist. Einsamkeit ist ein schmerzhaftes inneres Gefühl. Man fühlt sich isoliert, verlassen. Das ist kein gutes Gefühl. Genau in diesen Zeiten habe ich auch meinen Sohn, meine Familie und Freunde vermisst. Deshalb war ich auch sehr glücklich, alle nach diesen vier Monaten Auslandsaufenthalt wieder in die Arme schließen zu können. Für mich war dies eine wichtige Erkenntnis. Nämlich, dass ich auch mit Einsamkeit umgehen kann. Sie kommt und geht auch wieder. Das allein sein wähle ich selbst. Wenn es zu viel Trubel gibt, dann ziehe ich mich zurück. Das Alleinsein ist für mich sehr positiv besetzt.

Wie geht es weiter?

Tja, ich bin auf der Suche nach einem neuen WG-Zimmer in der Mitte Deutschlands. Eine ganze Wohnung möchte ich zurzeit nicht beziehen. Das wären mir zu viele Verpflichtungen, die ich im Moment nicht haben möchte. Jetzt, wo die schöne Jahreszeit bald kommt, bleibe ich auf jeden Fall im Van. Und für die heißen Tage habe ich mir schon im letzten Jahr einen Lüfter einbauen lassen. Aber vielleicht mache ich auch beruflich noch etwas Neues? Mal sehen. Ich liebe einfach Herausforderungen!!! Jedenfalls habe ich noch genug Energie für die nächsten Aktionen. Hauptsache, ich bleibe gesund.

Vielleicht willst du wissen, ob ich weiterschreibe? Was meinst du? Interessiert dich, wie es weitergeht? Dann schreib das doch einfach in die Kommentare.

Bis dann. Bleib gesund und heiter.

Woche 28 im Van – Alles nicht so einfach – und doch so schön …

Woche 28 im Van – Alles nicht so einfach – und doch so schön …

Am Sonntag bin ich zu meiner 4monatigen Reise aufgebrochen. Die Wochen davor waren noch ziemlich stressig, da ich viele Seminare und Workshops hatte und das verteilt auf ganz Deutschland. So habe ich jetzt eine Woche gebraucht, um einigermaßen runterzufahren. Dabei eine Strecke von fast 2000 km hinter mich gebracht. Irgendwie fühlte es sich an, wie im sonstigen Alltag. Von Termin zu Termin. Hier – von Ort zu Ort und Stellplatz zu Stellplatz. Auf der Reise quer durch Frankreich ist mir aufgefallen, wie wunderschön dieses Land ist. Das konnte ich erleben, da ich keine Autobahnen genutzt habe. Aufgefallen ist mir aber hier auch die Landflucht. Viele Häuser sind verfallen – wobei, das ist nicht der richtige Ausdruck. Es ist wohl eher so, dass im Gegensatz zu uns Deutschen die Franzosen und auch Spanier nicht so extrem viel Wert auf ihre Häuser legen. Trotzdem, dass sie teils verfallen waren, hatten sie ihren Charme, den ich so bei uns noch nicht gesehen habe.

Interessantes erleben

Auf meiner Route durch Frankreich habe ich einen Schlenker Zur größten Wanderdüne Europas in der Nähe von Arcachon gemacht. Das war schon spektakulär. Ungefähr 2,7 Kilometer ist die Düne lang und ca. hundert 110 Meter hoch. Sie wandert zwischen 50 Zentimetern und 5 Metern im Jahr. Diesen Sommer ist dort ein sehr großes Waldstück abgebrannt einschließlich des Campingplatzes bei der Düne .Genauso interessant fand ich den Bahnhof in Canfranc, der im Jugendstil erbaut wurde. Frankreich und Spanien hatten unterschiedlich breite Gleise und so mussten die Fahrgäste in diesem Bahnhof vom französischen Zug in den spanischen Zug umsteigen und deswegen ist der Bahnhof auch wirklich irre lang. Leider wird er gerade renoviert und so konnte ich ihn innen leider nicht besichtigen.

Von dort ging es weiter nach Saragossa. Hier bin ich mit der Bahn in die Stadt rein gefahren und habe die Stadt zu Fuß erobert. Besonders interessant fand ich die Markthalle mit ihren frischen Angeboten an Fisch und Fleisch. Nichts für Vegetarier und Veganer. Die Kirchen in Spanien sind ja alle sehr opulent ausgestattet. Mich erschlägt das fast. Deshalb gefällt mir die Familia Sagrada in Barcelona so gut. Sie ist hell, hoch und ganz besonders. Diese hatte ich mir allersdings bei einer anderen Reise schon mal angeschaut.

 Neue Lebens- und Arbeitsmodelle finden

Unterwegs habe ich übrigens ein ganz nettes Pärchen mit ihrem 11 Monate alten Sohn kennengelernt. Die drei leben auch schon eine ganze Weile in ihrem Van und sind am überlegen, welches Lebens- und Arbeitsmodell sie künftig leben wollen. Marko arbeitet im IT Bereich und Daniella war vorher in stressigen und herausfordernden Jobs in mehreren Unternehmen. Sie hat immer sehr viel gearbeitet und sich dann entschieden, sich dem Baby zu widmen, sobald es auf die Welt kommt. Mit ihrem selbst ausgebauten Van sind sie jetzt auf der gleichen Route wie ich unterwegs.  Bin mal gespannt wo ich sie wieder treffe, denn ich würde gern ein Interview mit den beiden führen. In den Bardenas Reales habe ich eine junge Polizistin getroffen, die ebenfalls nach einer anderen Lebensversion sucht.

 Wunderbare Orte

Ein lohnenswerter Ort ist die Stadt Tarazena. Insbesondere die Geschichte ist interessant. Dort haben viele Kulturen und Religionen nebeneinander gelebt und das Stadtbild beeinflusst. Die Christen, Juden und Moslems. Alle haben sie an verschiedenen Stellen in der Stadt ihre Handschrift hinterlassen. Rita, die einige Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, gab mir eine schnelle Führung durch den Ort. Sie hatte nur wenig Zeit, da sie zu einer Yogaausbildung fahren musste. Ich fand es ganz wunderbar, dass sie sich doch ein wenig Zeit genommen hat und mich auf Dinge aufmerksam gemacht hat, die ich überhaupt nicht wahrgenommen habe.

Wo bleibt die Ruhe?

Trotz vieler Eindrücke, Städte und Stellplätze bin ich noch nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Jetzt stehe ich in einem kleinen Bergdorf auf einem Plateau mit Blick bis in die Pyrenäen und habe das erste Mal das Gefühl, runterzufahren. Zum Sonnenaufgang bin ich noch schnell durch die Bardenas Reales gebrettert, um mir diese Halbwüste anzuschauen. Ich empfehle jedem, ganz früh loszufahren. Sonst wird das fast ein Verkehr wie auf einer Autobahn. Alles ist Schotterstrecke auf der Wohnmobile, Autos, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger unterwegs sind. Ich war froh, nach vier Stunden wieder Asphalt unter den Reifen zu haben und dass das Klappern im Van endlich Ruhe gefunden hat und ich auch.

Nun genieße ich zum ersten Mal den Abend und hoffe auf einen schönen Sternenhimmel. Hier gibt es kein Licht und keine Luftverschmutzung. Jetzt muss nur noch das Wetter mithalten.

Learnings diese Woche

  • Es ist gar nicht so leicht, richtig abzuschalten – man muss sich dafür Zeit lassen und darf es nicht erzwingen.
  • Man trifft überall auf liebenswerte Menschen, wenn man selbst aufgeschlossen ist.

Bis nächste Woche. Bleib gesund und heiter.